mushouyagi

Logbuch des Experiments, das wir LEBEN nennen.

Zum GoLive der #DSGVO

Liebe Menschen,

die ab heute in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung ist weder „Bürokratismus“ noch „um den kleinen Blogger zu ärgern“, sondern eine großartige Errungenschaft der europäischen Demokratie! Sie hilft uns allen als EU-Bürger die grundrechtlich zugesicherte Selbstbestimmung über unserer personenbezogen Daten umzusetzen und damit die Integrität unserer Identität zu schützen.

Es bleibt zu hoffen, dass die getroffene Regelung auch konsequent umgesetzt werden kann und die zuständigen Behörden die Zeit und das richtige Maß finden, die Umsetzung zu überprüfen und Missbrauch an den richtigen Stellen einzudämmen, ohne „den kleinen Mann“ damit zu gängeln. Letztlich gelten die gesetzlichen Regelungen jedoch für jeden – auch für Privatpersonen.

Die in den letzten Tagen zahlreich eingegangenen „Wir brauchen Ihre Zustimmung“ Mails zeigen deutlich, wo in der Vergangenheit bereits, mehr oder weniger rechtswidrig, personenbezogene Daten gespeichert, verarbeitet, verwendet und/oder verkauft wurden.

Es bietet sich nun die Gelegenheit dem Einhalt zu gebieten. Ihr persönlich habt das nun auch umgesetzte Recht, unabhängig von z.B. der Mitarbeiterschaft in einem Unternehmen, die Verwendung Eurer personenbezogenen Daten einzusehen, zu prüfen, zu korrigieren oder auch löschen zu lassen sofern deren Speicherung und Verarbeitung nicht für die Erfüllung einer vergangenen oder bestehenden (Geschäfts-)Beziehung nötig ist.

Ihr könnte z.B. auf einen unerwünschten Newsletter antworten und nicht nur um „Austragung aus der Verteilerliste“ bitten, sondern auch um Auskunft wann und wie die Einwilligung erteilt worden war oder um vollständige Löschung Eurer personenbezogenen Daten. (Natürlich sind die Ergebnisse und der Erfolg dabei höchst unterschiedlich.)

Aber auch hierbei muss ein sinnvolles Maß gefunden werden, um nicht Unternehmen oder Datenverarbeiter zu überfluten und „in den Ruin zu stürzen“, die legitime und sinnvolle Produkte und/oder erwünschte Dienstleistungen anbieten.

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Algoriddims Djay2 mit Spotify-Integration bringt die DJ-Revolution

Also Djay2 von Algoriddim für iPad oder iPhone bringt mit der Spotify-Integration (Bedroom)DJing wirklich auf das nächste Level der elektronsichen Revolution!

Und zu diesen Beedroom-DJs zähle ich auch jene, die in Clubs „Lieder nacheinander spielen“ (wie leider fast alle), anstatt beim Auflegen eine Show abzufeuern (wie leider nur sehr wenige). Aber auch die besten, höchsterfolgreichen Entertainmentkünstlerprofis (für die sich alle halten) können davon profitieren. Ja, auch Du und Du und Du und Du hier in meiner Timeline! ;-P

Wenn man mutig genug ist und hofft, dass die UMTS- oder LTE-Verbindung nicht zusammenbricht (und man den entsprechenden Mobilfunktarif hat), oder der Club einen Internetanschluss mit WLAN hat, kann man vollständig auf alle Mitnahme von Musik auf jedwedem Medium verzichten.

Bin gespannt, was die GEMA dann im DJ-Tarif abrechnet, wenn man keine MP3s mehr auf Festplatten kopiert (sprich vervielfältigt), sondern alle Songs online gestreamt werden. 😉

Es sei der Vollständigkeit halber natürlich noch darauf hingewiesen, dass Spotify nur „zur persönlichen, nicht gewerblichen Nutzung“ an den Abonnenten lizenziert. So don’t do that! Aber vielleicht wird es ja bald einen entsprechenden Spotify Tarif geben?

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Big Zucky is watching! #nofacebook #no1984

In Europa ist es vorallem das Vereinigte Königreich, das sich, anscheinend ohne nennenswerten Widerstand der Bevölkerung, immer mehr in Richtung der orwellschen 1984-Dystopie entwickelt. Totale Überwachung inklusive Vorratsdatenspeicherung, Auswertung der Daten per Datamining, Verhaltensmustererkunnung in Echtzeit und Rasterfahndung zur Verfolgung oder gar Prävention von Ordnungswidrigkeiten und Bagatellstraftaten, Generalverdacht und Verhaltensvorschriften an die Bürger sind hier nicht mehr nur überzogene Befürchtungen von linksorientierten Gruppierungen, sondern gesetzlich legitimierte und exekutiv gelebte Praxis. Natürlich alles „zum Schutz der Bürger“ und unter dem Deckmantel der „Terrorismusbekämpfung“.

Deutschland befindet sich auf dem besten Weg dort hin, auch wenn hier zumindest mit erheblichem Gegenwind zu rechnen ist, der sich mal mehr, mal weniger erfolgreich gegen die meist rückwärtsgewandten Bestrebungen richtet, wie etliche Kampagnen in den letzten Monaten und Jahren zeigen.

Was mir jedoch zur Zeit, in Fortsetzung meines Artikels „Facebook, Internet und überhaupt!„, immer mehr Sorgen bereitet, ist Facebook mit seinem zunehmend aggressiven Verhalten gegenüber seinen Nutzern.

Die Tatsache, dass man als Nutzer des quasimonopolen Netzwerks mit seiner Inhaltserzeugerei nur das Produkt ist, auf Basis dessen das Unternehmen Werbekunden akquiriert, wird in den letzten Tagen immer deutlicher. Aber auch der Zeitpunkt an dem Facebook beginnt, unsere Daten nicht nur zu sammeln und zu diesem genannten Zweck auszuwerten, sondern zu manipulieren und zweckzuentfremden, ist gekommen. Das Mitspracherecht wird dem Nutzer verweigert und man startet sogar automatisierte Denunzierungsaufrufe.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine weitere Meldung in den Fachmedien von unschönen Veränderungen des Geschäftsgebarens der zuckerbergschen Firma kündet und auch Drittanbieter, Pseudobehörden (Gema, GEZ, Schufa, etc.) und die Exekutive wollen sich die großen Möglichkeiten, von denen Diktatoren nachts träumen, nicht entgehen lassen. Warnrufe von Datenschützern bleiben oft ungehört und Maßnahmen vom Gesetzgeber kommen nur schleichend voran, denn es geht ja auch um nichts Gesellschaftsreales – oder?

Als denkwürdige Beispiele sei auf einige Meldungen bei heise online verwiesen:
Facebook muss Vermarktung von „Sponsored Stories“ einschränken
, Facebook stellt Nutzerprofile auf firmeneigene E-Mail-Adressen um, Facebook-App überschreibt E-Mail-Adressen in Smartphone-Adressbüchern, Vorsicht Facebook-Nutzer, Dummheit lässt sich automatisiert ausnutzen, Facebook macht Jagd auf Pseudonyme, Facebook will angeblich Apps für Werbezwecke überwachen, Was für die Polizei aus Facebook-Partys rauszuholen ist, Facebook-Seiten dürfen im Namen von Nutzern Posts veröffentlichen, Teurer Spaß
und der neuste Wurf, hier wieder unter dem Motto der Verbrechsprävention: „Facebook analysiert Chats zur Verbrechensbekämpfung„.

Das alles ist keineswegs mehr lustig, denn hier beginnt ein Unternehmen seine übermächtige Stellung zu missbrauchen und sich tatsächlich in Richtung eines „Big Brother“ zu entwickeln, der uns, unter der Vorgabe uns zu beschützen und omnipräsent, wie er nunmal ist, beginnt vorzugeben wie wir uns zu verhalten haben, was und wann wir kaufen (und wegwerfen – um im Bild von 1984 zu bleiben), nicht davor scheut uns zu vermessen und zu katalogisieren, auszuspionieren und in unsere Persönlichkeit einzugreifen, unseren Beziehungsstatus kategorisiert, Denunziation forciert und belohnt und bei Fehlverhalten mit öffentlicher Blamage und ggf. sozialer Ausgrenzung droht. Es wird nur noch Gefallen geäußert („likeism“). Missfallen, Kritik oder eine Bewertung der Qualität von Inhalten in mehreren Stufen ist nicht vorgesehen und nur über negative Formulierung und Verneinung zu erreichen („Gegen Nazis“ ->; „Gefällt mir“). Der Kodex kann nur akzeptiert werden. Wer nicht allen Punkten der Geschäfts- und Datenschutzbedingungen und deren zukünftigen Veränderungen pauschal zustimmt, darf garnicht erst mitmachen.

Der Widerspruch und Medienshitstorm bei technischen Veränderungen ist einkalkuliert. Wie heutzutage in vielen Bereichen üblich, wird 150% gefordert oder meist sogar einfach gleich eingebaut (Facebook nennt das einen „begrenzten Test“), um nach dem großzügigen Entgegenkommen gegenüber Politikern, Datenschützern und Nutzern mindestens 100% erreicht zu haben.

Bisher habe ich Facebook noch nicht für „evil“ gehalten, sondern nur für eine kapitalistische Datenkrake. Die Veränderungen der letzten Wochen lassen meine Paranoia jedoch aufkeimen und ich kann fast nicht anders, als dazu überzugehen, vor Facebook zu warnen. Ich rate jedenfalls eindringlich zu verstärkt besonnenem und reflektiertem Umgang.

Vielleicht lässt sich der in Deutschland sonst üblich Netzaktivismus auch effektiv auf dieses Netzwerk übertragen. Der Grund dafür, dass dies bisher nicht der Fall ist, ist die durchaus bemerkenswerte Tatsache, dass „die deutsche Netzelite“ (TM) sich kaum auf Facebook aufhält oder damit beschäftigt. Wenn das Thema aufkommt, stehen Netzaktivisten, Blogger, Podcaster, Piratenparteimitglieder und sonst umfassend informierte und versierte Techgeeks oftmals da, wie Kinder vor Weihnachtsbäumen und Christkindern. Mehr als durchs Schlüsselloch luken ist hier nicht drin und eine Beschäftigung erfolgt meist nur aus beruflichen Gründen oder zu Marketingzwecken, wegen des subtilen Präsenzzwangs. Sie nutzen lieber Twitter und eine Vielzahl anderer Dienste, sie inhalieren den „neusten, heißen SocialMediaScheiß“ und spucken ihn aber ggf. auch genau so schnell wieder aus, sie schätzen freie Meinungsäußerung und Netzneutralität, sie fühlen sich auch dort am wohlsten, wo man mitbestimmen, -gestalten und -wirken kann.

Vielleicht haben jene Leute mit ihrem „vornradikalen“ Weitblick einfach schon etwas verstanden, vorhergesehen oder übertragen, das gewöhnliche „ausschließlich Google- und Facebook-Nutzer“ nun ereilt: Es muss Vielfalt geben um Totalitäres zu vermeiden!

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Die Maya, die Wissenschaft, der “Qualitätsjournalismus” und der Weltuntergang (2/2)

Stell Dir vor in 1000 Jahren findet ein Abenteurer, der durch die Ruinen unserer heutigen Städte rumpelt, eine halbwegs intakte Wand, auf der ein Verrückter den Mondkalender bis in Jahr 12342 fortgeschrieben hat. Viel ist nicht mehr übrig, nur noch einige verblasste Schmierereien geben Anlass zu einer Menge Spekulation. Ohne Frage hat der Abenteurer, auch wenn er sich Gegenteiliges vorgaukeln mag, jeglichen Kulturbezug zu dem von ihm Betrachteten verloren. Er schreibt nun einen an sich eigentlich recht neutralen Bericht in sein Comlog und lässt dies durch den Wissenschaftsverlage schlechthin in der Noosphäre publizieren.

Irgendjemand liest den Artikel und schließt kurzerhand daraus, dass es im Jahr 12342 auch noch einen Mond geben wird und propagiert vollmundig, dass es dann zwangsläufig auch eine Erde in einem Sonnensystem am Rande der Milchstraße vorhanden sein muss, von der aus der  Mondzyklus beobachtet werden kann. Daraufhin beginnen die Abschreiber und Propagandisten der „öffentlichen Meinung“ über jene zu lachen, die zuvor schon daran geforscht und darüber publiziert haben, dass am Ende des Jahres 9999 der gregorianische Kalender auf 0 springen müsste und darüber ob sich wohl die Ersteller und Anwender des gregorianischen Kalenders etwas dabei gedacht hatten, als sie den Beginn des Kalenders auf die mythologische Geburt eines angeblich gottgleichen Propheten gelegt haben – und ob dieser, in der Vorstellung der Anwender, dann im neuen Jahr NULL möglichweise wiedergeboren werden würde.

Wechsle ich nun wieder in meine Hier-und-Jetzt-perspektive, kann ich nur grinsen über die zynischen Besserwisser in 1000 Jahren und mich darüber amüsieren wie krampfhaft sie versuchen etwas zu interpretieren oder gar zu verballhornen, was ihnen so fern liegt, wie mir selbst heute die Kultur der süd- und mittelamerikanischen Ureinwohner.

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich die Maya, ihre Kultur und ihre Kalender, immer nur durch meine „westliche Welt, Anfang 21. Jhdt.“-Brille betrachten kann und nehme mich daher nur so ernst, wie ich meine Interpretationen und Sichten darauf, als meine Persönlichen kennzeichnen kann. Es läge mir fern, meine Sicht als allgemeingültig oder die Wahrheit (bzw. als den gefälligst zu akzeptierenden aktuellen Stand des wissenschaftlichen Irrtums) hinzustellen oder gar über jene zu lachen, die sich in einer offenen und wertvollen Art und Weise mit dem Themenkomplex beschäftigen.

Dort wo allerdings die totalitäre Haltung einsetzt, egal ob bei den Wissenschaftsradikalen oder bei Weltungtergangsverschwörungstheoretikern, mag ich nicht mitmachen. Was soll all dieses „HAHA! Wir haben doch recht – und ihr seid DOOF!“-Gerangel? Seltsamerweise sind es selten die „echten“ Wissenschaftler, die dieses Spiel spielen. Angefeuert wird die Debatte oder dieser Meinungskrieg, wenn man es stärker ausdrücken will, dagegen natürlich von den immergleichen Großbuchstabenüberschriftsschreiber in der Medienlandschaft und den üblichen Internetforenbesserwissern, die Quellenrecherche etwa so ernst nehmen, wie das Titanic Magazin den Papst. Das langweilt auf Dauer dermaßen, da die Muster in diesem Gefechten immer die Gleichen sind, dass ich nach anfänglicher Begeisterung und Bemühung um Aufklärung schnell dazu neige mich herauszuhalten und immer mehr zu ignorieren.

Selbst wenn im Themenkomplex tatsächlich etwas Interessantes passiert, wie es ohne Frage die Entdeckung der Malereien durch Herrn Saturno ist, mag ich langsam nicht mal mehr darüber berichten oder dazu kommentieren, da im endlosen Gemecker der wiederkäuenden Internetmedienziegen das Thema sowieso nur im Hintergrund steht bzw. all zu austauschbar ist und nur der Meinungskrieg Priorität zu haben scheint. Diesen hab ich seit Beginn meiner Internetnutzung im Jahr 1997 schon so zu oft gesehen und daran teilgenommen, so dass ich nun dazu neige, mich als Internetveteran immer weiter aus dem Schlachtfeld der Shitstorms und Trollbombs zurückzuziehen und mich lieber auf die inhaltliche und bewusstseinsmäßige Beschäftigung konzentriere.

Sollen sie sich doch alle zu Tode diskutieren, protestieren und echauffieren! Ich will mich einem Thema, so auch diesem Maya-Mythologie-Kalender-Ding, viel lieber öffnen, es erleben und durchdringen, anstatt den ungewinnbaren Meinungskrieg auszufechten. Das ist eine Bereicherung, eine Erweiterung des Erfahrungsspieltraums. Das macht Spaß und bringt Freude.

So darf ich nun noch ein letztes Mal auf das Buch „The 2012 Story: The Myths, Fallacies, and Truth Behind the Most Intriguing Date in History“ von John M. Jenkins hinweisen, das mir hier persönlich sehr als Quell der Einsicht diente.

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Facebook, Internet und überhaupt! #nofacebook

Da zieht mein Leben an meinem Auge vorbei und zwar in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Nicht, dass ich Drogen konsumiert hätte, oder dem Tode nahe sei. Ich hab einfach mal begonnen über Facebook nachzudenken und seine Rolle als das Social Network überhaupt. In mir reift dabei das Bedürfnis nach eine #nofacebook Aktion, woraufhin ich nun begonnen habe meine Timeline und damit alle Dinge, die ich je auf FB seit Dezember 2009 unternommen habe, zu bereinigen.

Nachdem ich zuletzt mit der #nogoogle Aktion mehr oder weniger erfolgreich die erste Datenkrake aus meinem Netzkonsumverhalten verbannt habe, steht somit das nächste Projekt im Raum, dem meine leichte Paranoia Vorschub leistet. Von der ich aber durchaus meine, dass sie mir gut tut.

Ich habe mit #nogoggle tatsächlich den Riesen weitestgehend aus meiner Netzwelt verbannt. Mit der Suchmaschine DuckDuckGo und vielen anderen alternativen Diensten, sowie einem Scriptblocker und weitestgehend manueller Coockie Hygiene im Firefox Browser ist es mir gelungen dem großen G so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.
Lediglich Youtube und die Google-APIs, die in vielen Webseiten eingebunden sind, lassen sich hier und da nicht vermeiden.

Was mich bei #nofacebook nun umtreibt, sind folgende Punkte:

1. Die neue, ohne Zustimmung einer relevanten Benutzerzahl in Kraft gesetzte und mit einer Pest/Cholera-Wahl verbunden Nutzungs- und Datenschutzrichtlinie von Facebook.

2. Protest gegen die Bestrebungen der Politik weltweit, das Internet zu überwachen, zu kontrollieren und zu reglementieren (Vorratsdatenspeicherung, SOPA, ACTA, Leistungsschutzrecht, Netzsperren, Cyberwarfare, Aufhebung der Netzneutralität, etc.).

3. Protest gegen die Bestrebungen der Wirtschaftssektoren, die den digitalen Wandel verschlafen haben, oder sich neuerdings missachtet und unterbezahlt fühlen, das Internet wegzulobbyieren, weil ihnen das Geschäftsmodell wegbricht. (siehe auch 2.)

4. Ich will kein „Produkt“ sein („If the product is for free, YOU ARE the product“) und die mir eigentlich grundrechtlich zugesicherte Hoheit über meine Daten und Inhalte aufgeben (es sei denn ich entscheide mich bewusst und ausdrücklich dafür), weil mir die modernen Billion Dollar Corporations einen kostenlosen Dienst vorgaukeln und dabei so viel einsacken, dass so manches Drittweltland davon ernährt werden würde können – wohlgemerkt ohne ein einziges greifbares Produkt oder eine sichtbare Dienstleistung zu liefern, sondern bloß damit seinen (Werbe-)Kunden einen nicht nachweisbaren Effekt gegen Einwurf kleiner Münzen zu versprechen. (siehe auch 1.)

5. Schließlich und endlich regiert unter den Nutzern die Dummheit! Entweder aus tatsächlicher Kleingeistigkeit oder unter dem Druck postrukturalisitischer Political Correctness Verpflichtungen oder gar Denk- und Redeverboten, schreiben die Leute nur die dümmlichsten (unverfänglichsten?) Dinge, die allerdings keine Sau interessieren, betreiben peinliche Selbstdarstellung oder plappern einfach nur so vor sich hin.

Guter Inhalt wird konsequent von den meisten ignoriert, wie genauso konsequent Katzenfotos und halb- bis unlustiger Blödsinn „geliket“, „gefavt“ und „gesharet“ wird. Selbst tatsächlich lustiger Blödsinn, sprich: guter Humor, hat es schwer zwischen den ganzen „guten morgen. erstmal kafe!“ und „gleich geht die party ab!!1!“-Einträgen (sic!). Von den „XYZ wird sich heute den Arsch mit Papier abwischen via DAILY HOROSCOPE“-Beiträgen ganz zu schweigen.

ICH HABE KEINE LUST MEHR! Nicht auf Euch, liebe „Real Life Freunde und Bekannte“, sondern auf den „Facebook teaches me to hate people, who I liked, befor I met them here“-Effekt, auch auf diese „Das darf man nicht sagen, weil das ist *hier -ismus Deiner Wahl einsetzen*!“-Scheiß. und erst recht nicht nicht darauf dass mein Mund irgendwann an den Arsch einer anderen Person genäht wird, weil ich die Facebook-Nutzungsvereinbarung akzeptiert habe, ohne sie zu lesen. (siehe entsprechende Folge von South Park).

Natürlich ist das Problem bei FB etwas größer, als bei Google, weil das FratzenBuch auf dem Zuckerberg mittlerweile tatsächlich echte soziale Vernetzung bedeutet, von der ausgeschlossen zu sein man sich irgendwie fürchtet. Google+ zu dissen erschien einfach, weil sich dafür, außer ein paar TechGeeks, niemand zu interessieren schien. (Mittlerweile hat G+ angeblich 250 Mio. Nutzer.) Die Zwangsverplussung kam zum Glück erst nach meinem Ausstieg dort.

Es wird hier voraussichtlich nicht darauf hinauslaufen, dass ich meinen Account lösche, nur um ihn ein paar Wochen später aus lauter Langeweile oder „unter dem Druck der Öffentlichkeit“ doch wieder anlege – zumal man die Daten auf diese Weise sowieso nicht gelöscht bekommt. Natürlich kommt eine Löschung auch deswegen nicht in Frage, weil ich die ein oder andere Seite und Gruppe angelegt habe, die mir trotz aller Probleme oder Brachen in der Vergangenheit als Plattform weiterhin wichtig sind.

Ich bin also wieder mal hin und her gerissen zwischen Post-Privacy und Schutzbedürfnis. Als erste Maßnahme werde ich mich einfach aus der aktiven Teilnahme an (halb-)öffentlich sichtbaren Dingen als Privatperson zurückziehe. Das gilt insbesondere für alle Likes, Kommentare, Shares usw., die man anhand des nun dankenswerterweise verfügbaren Aktivitätenprotokolls einsehen kann. Dort wird alles gelöscht, was nicht repräsentativ ist – also fast alles. Der Rest wird für die Timeline ausgeblendet, sofern er „niemanden etwas angeht“. Kommuniziert wird nur noch, wenn es sich nicht vermeiden lässt, „heimlich“ über Privatnachrichten.

Übrig bleibt für den Betrachter nur noch ein Gerippe, das zeigt, wie eine Internetseite nach dem Leistungsschutzrecht-Fallout und anderen Repressalien durch den europa- und weltweiten staatlichindustriellen Komplex aussehen könnte. Eine Welt in der sich niemand mehr traut etwas zu zitieren oder verlinken, was nicht aus seiner eigenen Feder stammt oder dessen Lizenzierung er sich sicher sein kann, weil er Angst hat, dafür als softterroristischer Urheberrechtsverletzungsvandale (ehemals von Unternehmen „Kunde“ genannt) für einige Jahre eingesperrt zu werden.

Natürlich ist #nofacebook, wie zuvor schon #nogoogle, nur als Kunstaktion zu verstehen und soll weder Euch, noch Marc Zuckerberg oder seine Mitarbeiter persönlich beleidigen.
Ich bin also weiterhin für Euch erreichbar, wäre aber dankbar, wenn ihr als Kommunikationsweg einen der andere unzähligen Dienste nutzt oder das guten alte Telefongespräch wählt, wenn ihr etwas mitteilen wollt. (Annahme des Gesprächs vorbehalten ;-))

Ich mag das Internet wirklich sehr gerne. Ich bin mitten drin, seit es für die Öffentlichkeit existiert. Ich betrachte es als eine Evolutionsstufe der Menschheit.
Daher fordere und praktiziere ich:
– Diversifizierung statt Zentralisierung
– offene Weite statt „Walled Garden“
– bewusste Entscheidung statt Vorgabe
dazu noch:
– Öffentliches nützen und Privates schützen
– „Content is king!“
– Grundrechte für das Internet und sein „Bewohner“
und nicht zuletzt:
– Freiheit statt Angst!

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