mushouyagi

Logbuch des Experiments, das wir LEBEN nennen.

It’s a TRAP

Während unsere Mütter gerade fragen, was denn Dubstep sei, wir etwas mehr zeitgeistbewanderten Musikliebhaber das Genre Moombathon erfolgreich ignoriert haben und just mit der Diskussion darüber fertig sind, ob Trends wie FutureBass und Glitch, überhaupt noch auszuhalten vs. total cool sind, sonnen sich die wirklich hippen Kids gerade schon unter einem neuen implodierenden Stern am Undergroundhimmel. TRAP heißt die neue Sau, die gerade durch den, sagen wir mal so, Vorort des popkulturellen Dorfes getrieben wird.

Ob sie es bis auf den Marktplatz und damit in den Mainstreamhimmel schaffen wird, um dort geschlachtet zu werden, ist zwar noch unklar, muten die Sounds und Sampels oft doch recht beliebig und sperrig an, so wird dies aber zumindest in allerlei Facebookdiskussionen kolportiert und Soundcloud wird angeblich von jugendlichen HobbyTRAPproduzenten überschwemmt.

Ich hab mich mal etwas umgesehen und bin dabei auf den wohl Stand heute schlechtesten Wikipedia-Artikel gestoßen, der dort unter „Hip-Hop-Musiksubgenre“ und „Stil der elektronischen Musik“ zugeordnet ist. Beides nicht wirklich hilfreich zur Einordnung. Anderenorts meint man, es seien zu je einem Drittel Hip-Hop, Dutch House und Dub beteiligt.
Die Szene selbst scheint sich vor allem auf den Dirty South und Grime Hip-Hop der frühen 2000er Jahre zu referenzieren – und gerne auf sich selbst. Ersteres erscheint zumindest fraglich, macht sich aber sicher für die „History“ gut, Zweiteres ist nur natürlich und auch irgendwie lustig.

Beim Probehören entsprechender, populärer Playlists auf Spotify fällt die relativ große Vielfältigkeit der Tracks auf. Zumindest gleicht keiner dem Anderen, weder in der Struktur, noch im Klang. Der Bezug auf die Synths des o.g. DutchHouse, die wir hierzulande wohl eher mit dem Begriff Hardstyle assoziieren, kommt manchmal durch, was aber wohl daran liegt, dass es sich bei einigen Tracks um Remixes von Remixes von Trance-/Dance-/Techno-Hits der letzten zwei Jahrzehnte handelt. Der Hip-Hop ist oft mit hoch- oder runtergepitchten Raps sehr präsent, fehlt aber anderswo wiederum komplett. Der tragende Breakbeat ist überall vorhanden, was aber keinerlei Abgrenzung zu den anderen, eingangs genannten Formen der zeitgenössischen elektronischen Musik mit sich bringt.

So finden sich dazu auch alle Elemente, die heute jeder sich selbst zu ernstnehmende Electropopproduzent nutzt, wie Drops, Tensions, Riser, Breaks, Glitches und wummernde oder wobbelnde Basslines. Der bekannteste, anscheinend gerade noch in die Genregrenzen passende Künstler dürfte wohl der auch im Glitch und Dubstep oft gespielte Bassnectar sein.
Ansonsten findet man häufig Eigengewächse, wie Flosstradamus, Baaur oder Krueger als tonangebend benannt. Letztlich sind die Grenzen eben wieder mal fließend bzw. nur im Kopf von Schubladenbenennern vorhanden.

Ich werd’s mir jedenfalls mal reiziehen und sehen ob ich darin was zum betanzen finde – schließlich musste ich mich auch an Dubstep erst gewöhnen.

Jedenfalls ist die Sache wieder mal recht schön kontrovers, ruft Generationenkonflikte hervor, lässt mich am guten Geschmack zweifeln; man kann wahlweise inbrünstig bekennen und verteidigen oder eben in nostalgisch, konservativen Anwandlungen diese „Wildenmusik“ verteufeln. „Mann, war das früher toll, als wir noch … (hier favorisierten Musikstil Deiner Jugend einsetzen) gehört haben und dieser moderne Scheiß noch nicht unsere Gehörgänge belästigt hat.“.

Allerdings hat die moderne elektronisch Musik damit nun definitiv alle Vorstellungen und Erwartungen der SciFi-Filmproduzenten der 60er bis 90er Jahre übertroffen, die beim Versuch die Musik der Zukunft darzustellen, oft zu atonalen Pfeif-, Klick- und Rumpelgeräuschen griffen. – Oh, wait….

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Zombie Apokalypse – Es beginnt…

Montag, 01.10.2012

Als ich gegen 18:25 Uhr die Firma verlasse, zieht ein extrem unangenehmer Verwesungsgeruch durch die Straßen der kleinen Stadt mitten in Deutschland. Er steigt mir in die Nase und weckt in mir die Assozitation an eine soeben explodierte Jauchegrube. Nun ist meine Stadt auch nicht so sehr ländlich, dass dieser Geruch alltäglich wäre. Also fällt meine Vermutung auf die nicht all zu ferne Kläranlage, die mit Westwindunterstützung durchaus einen Solchen hervorbringen könnte.

Noch während ich zum Parkplatz laufe, setzt ein leichter Regen ein, vor dem ich mich die Kapuze meiner etwas heruntergekommene Jack Wolfskin Jacke schützt. Ich mag es nicht, wenn mir Regen auf die Glatze tropft. Ich denke über den widerlichen Gestank nach und ob es wohl so erbärmlich stinken würde, dass es gar den Wolken die Tränen in die Augen und somit auf meinen Kopf triebe.

Als ich mit meinem nicht ganz so heruntergekommenen Renault den Parkplatz verlasse, nimmt der Regen etwas zu. Als ich aus der Ausfahrt biegend gerade einen Gedanken daran verschwende, dass mich morgen schon wieder die lästige Frühschicht ruft, höre ich quietschende Reifen und nehme einen weißen VW Golf wahr, der mir um ein Haar in die Seite geknallt wäre. Der Fahrer verrenkt sich heftig und macht unschöne Gesten – Zunge, Mittelfinger, etc..

Ich bin mir sicher, dass das Fahrzeug vor einer Sekunde, als mein prüfender Blick die Möglichkeiten abmaß, noch reichlich weit entfernt war, so dass mir eine Einfahrt in den Straßenverkehr, wie ich sie hier mindestens einmal täglich durchführe, durchaus gefahrlos machbar erschien. Schlussfolgerung: Der Fahrer des weißen Golf muss ziemlich aufs Gas getreten haben.

Auf dem weiteren Weg zu meiner Wohnung fallen mir noch einige weitere Verkehrsteilnehmer auf, die anscheinend verwirrtes und teilweise aggressives Verhalten an den Tag legen. Interessanterweise laufen auch viele der Passanten völlig ohne geeigneten Schutz durch den nun durchaus beachtliche Regen.

Während ich in meine Einfahrt biege, reißt die Führerin eines rot-gestreiften Kleinwagens die Tür auf, so dass ich auch hier nur ein Haar dem Blechschaden entgehe. Ich denke an den Vollmond, der wohl an alle diesen seltsamen Verhaltensweisen schuld sein muss. Oder es ist wieder mal ein Sonnensturm auf der Erde angelangt. Auf dem Weg von der Garage zur Haustüre, im schon etwas nachlassenden Regen, bemerke ich zwei Leute in Gestalt der zuvor genannten Türaufreißerin und eines männlichen Begleiters, die ebenfalls völlig ungeschützt, durch die Pfützen hinter mir her tappen. Ich beeile mich etwas um die Haustür zu erreichen und kann sie gerade noch in Schloss schnappen sehen, kurz bevor die Verfolger mich erreichen. Puh!

In meiner Wohnung angekommen, streife ich die Schuhe ab und hänge die nasse Jacke an den Haken. Sie riecht tatsächlich etwas nach dem Jauchegeruch, der durch die Straßen zieht. So vermeide ich es, wie üblich die Fenster zum Lüften zu öffnen und schalte mein MacBook ein.

Ich denke an die Lebensmittelvorräte, die ich mir vor einigen Wochen angelegt hatte, eigentlich mehr aufgrund der „Insider-Meldung“ über einen bevorstehenden Zusammenbruchs des Währungssystems, und wie lange sie wohl halten würden, wenn ich das Haus nicht mehr verlassen könnte. Ich checke kurz, ob die kleine Axt und meine diversen Budo-Holzwaffen noch an Ort und Stelle sind. Verdammt! Warum hab ich nur vergessen zum Supermarkt zu fahren und mir einen neuen Vorrat an Trinkwasser in Plastikflaschen anzulegen?

Die Internetseite des „ehemaligen Nachrichtenmagazins“ SpOn öffnet nur langsam, als ich vor dem Rechner sitze. „Dirk Bach ist tot“, „Sicherheitsmängel bei zwölf deutschen AKW“, „Griechenlands Schulden steigen auf Rekordniveau“ – also nichts besonders Überraschendes. Vermutlich werden, wie üblich, die Meldungen über bevorstehende Gefahren von den Mainstreammedien unterdrückt.

Ich schalte Spotify an und höre in die neue Platte „The 2nd Law“ der Revolutionsrocker MUSE rein. Beim Track „The 2nd Law: Unsustainable“ fällt mir mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf, dass selbst MUSE nicht am so populären Dubstep vorbei kommt. Gleich danach steht in der Playlist die Scheibe „Harakiri“ des ebenfalls in die Kategorie des spirituell angehauchten Revolutionsrock passenden Künstlers Serj Tankian bereit. Anscheinend zieht mich Musik an, die die bestehende Weltordnung kritisiert und eine bessere Welt verspricht, wenn wir uns nur ändern könnten.

Die Seite Spaceweather.com zeigt an, dass es tatsächlich in den letzten 24 Stunden zu einem heftigen geomagnetischen Sturm kam, der jetzt schon wieder abflaut. Ich hoffe, dass die insgesamt beunruhigende Situation nur auf diese Faktoren (Westwind + Vollmond + Sonnensturm) zurückzuführen ist und sich nun wieder normalisiert. Oder bin ich etwa paranoid?

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Creative Commons Lizenz

Nachdem der Vortrag „Creative Commons mit Nebenwirkungen“ auf der diesjährigen re:publica #rp12 bzw. dessen medialer Roundup und die entsprechende Veröffentlichung auf iRights.info auch mir die Augen geöffnet hat, werde ich nach und nach meine Werke eher unter der CC-BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de) Lizenz zur Verfügung stellen. So ist die Weiterverwendung auf für „kommerzielle Zwecke“ möglich, sofern das Ergebnis unter einer ähnlichen Lizenz veröffentlicht wird.

In diesem Zuge habe ich auch hier im Footer einen entsprechenden Hinweis eingefügt. Viel Spaß damit!

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Hallo Welt!

Wir sind umgezogen!

Wir, das heißt Der Neue, Hilbert und ich, also die Kopf-WG der ersten Stunde, bringen Euch nun hier den allerneusten Inhalt rund um unsere Themen, wie z.B. Zeitgeist, Netzkultur, Musik, Technik und Spiritualität.

Wir werden versuchen, darauf zu verzichten, einfach nur stupide YouTube-Videos zu verlinken, sondern tatsächlich brauchbaren Inhalt zu schaffen, denn „content is king“. Falls uns das nicht immer gelingt, sei uns das bitte verziehen.

Wir haben uns, in einer zähen Diskussion, auf die primäre Verwendung der deutschen Sprache verständigt, auch wenn der Titel unseres Blogs aus dem Japanischen stammt und auch sicher der ein oder andere Post sich des Englischen bedienen wird. Daneben pflegen wir auch Dialekte wie Neusprech, Geekish, Nebelsprech, Hipster- und Urbanslang und twitter-speech, der aus Hashtags und @Mentions besteht.

Der Titel des Blogs bedeutet übrigens soviel wie „die Ziege, der die notwendigen Eigenschaften zur vollständigen Erleuchtung fehlen“ – nur falls jemand fragt.

Des Weiteren ist dieser Umzug, der keiner ist, da wir vorerst darauf verzichten werden, die Inhalte aus dem alten Blog zu transferieren, eine Ausgeburt der Aktion #nogoogle, bei der Hilbert versucht den Fängen der Datenkrake zu entkommen, nachdem er deren neue Datenschutzerklärung gelesen hat. Jene von WordPress und der hier verlinkten Dienste ignorieren wir aber wie gewohnt, auch wenn wir dafür in die Hölle kommen. #nogoogle ist mehr eine dystopische Kunstaktion, die zeigt, dass es nahezu unmöglich ist, der Datenkrake im Internet zu entkommen. Nichtsdetotrotz werden wir unser Bestes geben.

Und nein, wir wohnen nicht in Berlin, tun aber trotzdem gerne so, als wüssten wir Bescheid und wären am Puls der Zeit.

Und wer etwas nicht verstanden hat: Just F’cking DuckDuckGo It! -> www.duckduckgo.com

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