mushouyagi

Logbuch des Experiments, das wir LEBEN nennen.

Die Sehnsucht nach der apolitischen Unschuld

Ich beginne, mich an die Unschuld jener Tage zurückzusehnen, in denen ich noch apolitisch dachte. Einmal von der süßen Frucht libertären, linksprogressiven Denkens genascht und vorbei ist’s mit der Jungfräulichkeit.

Man findet sich in einem Sumpf der rechtskonservativen Sicherheitsfanatiker und Überwachungs-/Polizeistaatbefürworter wieder, dem man anscheinend weder mit Ignoranz noch Stoa entfliehen kann. Es bleiben nur die bitteren Pillen des Zynismus und der Resigantion. Man beginnt die von jenen propagierte angebliche, allgegenwärtige Bedrohungslage durch eben sie zu verspüren und sehnt sich letztlich nach Ruhe, Geborgenheit, Beständigkeit und SICHERHEIT, auch wenn dies mit dem Preis des Verlusts von Privatheit einhergeht.

Ja, dann führt halt bitte endlich den ganze Blödsinn ein, der zwar keinen einzigen Terroristen, Schwerstraftäter oder Mensch mit „normabweichenden Störungen“ von seinem Tun abhält, aber mir dann vielleicht meine Ruhe lässt!

Wir werden ja sehende, wenn die ersten Menschen wegen Ordnungswidrigkeiten verhaftet oder jene „ohne Aufenthaltsgenehmigung“ in Lager gesteckt oder Leute aufgrund ihrer politischen, sexuellen oder sonstigen Orientierung diskriminiert, unterdrückt, eingesperrt oder gar ermordet werden – von Staaten und oder staatsähnlich agierenden Institutionen oder Wirtschafts- und Finanzunternehmen. #VDS und #Bestandsdatenauskunft ohne Vorbehalte und Fristen einführen, #TTIP inkl. #Chlorhühnchen und #Schiedsgerichten, #NSA und #BND und #Verfassungsschutz stärken, #Datenschutz abschaffen, #Verfassungsgericht maulkorben, #Einwanderung stoppen, #Verschlüsselung verbieten, #Grundrechte und #Menschenrechte einschränken und streichen? Yes, please! Why not?!

Advertisements
1 Kommentar »

%d Bloggern gefällt das: