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Logbuch des Experiments, das wir LEBEN nennen.

Neuer Track ist fertig: Der Neue – Most-Ache

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Liebe Piraten, lasst Euch bitte nicht verunsichern…!

— meine Antwort auf „Mal ne Frage zu unserer Zukunft“ auf der Mailingliste Bamberg / Oberfranken —
Liebe Piraten,

lasst Euch bitte nicht verunsichern. „Die Medien schreiben Solches nicht für den Leser, sondern um ihren Chefs und Kollegen zu zeigen, dass sie ja schon immer wussten, auch wenn sie damals beim Hype kräftig mitgeschrieben haben, dass die Piraten nix taugen.“ (raubmordfalschzitiert von Lauer bei Holgi) Das ist wahrscheinlich Berufs- und Staatsraison.

Leider sind auch wir ein Bisschen von eben jener kaputten Berichterstattung von kaputten Medien abhängig, die genau so kaputt sind, wie der Rest unseres kaputten Systems (Politik, Wirtschaft etc.).

Aber fest steht vorallem eins: „Wer gegen Überwachung ist, muss Piraten wählen“! (ebenfalls Lauer) Und auch bei vielen, vielen anderen Themen haben wir eine echte Position und schwurbeln nicht dümmlich um die Themen herum, wie Etablierte, die im Moment nur das Ziel haben niemanden zu vergraulen.
In einem Personenwahlkampf Merkel vs. Steinbrück oder in einem Lügen- (z.B. „von Prism ham wer nix gewusst“) und Reality-Distortion-Wahlkampf (z.B. CSU = Netzpolitik) kann Themenpolitik natürlich nicht bestehen.

So bleibt uns im Wahlkampf immerhin diese Dummheiten der anderen Parteien zu entlarven. Wenn der einzelne Wähler jedoch nicht bemerkt, was da abgeht, möchte ich ihm fast schon davon abraten Piraten zu wählen. Da sag ich im Gespräch lieber mal: „Sorry, dann geh doch CDU/CSU wählen“. Einem Stamm- oder Gewohnheitswähler einer anderen Partei z.B. muss ich nicht erklären, was alternative, progressive Politik bedeuten und bewirken kann. Verschwendet bitte Eure Energie nicht an zu viel Schlagabtausch mit Jenen.

Unsere Zielgruppen sind m. E. tendenziell unpolitisch, „politikverdrossen“ oder parteipolitisch nicht interessiert.
Woher ich das weiß? Ich war selbst so – bis ich erst durch die BDA (also piratentechnisch recht spät) politisiert wurde.

Wir und unsere Zielgruppen sind meiner Einschätzung nach z.B. alternativ, nerdy, philosophisch, vernunftorientiert, (soizal-)intelligent, progressiv, an den großen Fragen / Problemen der Welt und der Gesellschaft sehr wohl interessiert, aber (gefühlt) von den bisherigen Parteien nicht repräsentiert. Über weitere Subkulturen, die sich nicht von der bestehenden Berufspolitik repräsentiert fühlen, wollen wir garnicht reden. Deren Themen kommen oft bei Parteien überhaupt nicht zur Sprache (z.B. Inklusion und Barrierefreiheit). Und sicher lässt sich hier noch viel mehr Potential bzw. lassen sich noch mehr Zielgruppen im Programm finden.

Uns kann es bis zur Wahl sehr wohl gelingen, diesen Zielgruppen unsere Partei nahe zu bringen, nicht indem wir so tun als wären wir „echte Politiker“, denn das ist deren Feindbild, sondern indem wir uns durch Gesellschaftsnähe („Wir nehmen Dich und Deine Sorgen ernst“, „Wir sind wie Du“) und alternative, progressive Vorschläge nach vorne stellen. Ich persönlich bin nicht in die Piratenpartei eingetreten um es jedem recht zu machen, das widerstrebt mir, sondern um im Gegenteil zu zeigen, dass es auch anders geht!

Außer Frage steht wohl, dass wir (im Moment) eine Randgruppen- und Counterculture-Partei sind. Und (wir,) diese tendenziell linken, liberalen und progressiven Menschen müssen endlich ihre Repräsentation in den Parlamente bekommen, denn sie sind es, die dafür sorgen, dass dieses Land sich kulturell, gesellschaftlich und technisch weiter entwickelt!
Würden wir den Einschätzungen des Mainstreams und der Rechten, Autoritären oder Konservativen ohne Widerspruch vertrauen, hätten wir keine Smartphones („Wer braucht den neumodischen Scheiß?!“), kein freies Internet (ups!), einen Überwachungsstaat (ups!), eine Herrschaft der Reichen (ups!) und kein ordentliches Sozialsystem (ups!). Ihr seht schon, was ich meine.

Sollte sich das Land irgend wann so weit ändern, dass unsere Ansichten Mainstream sind und die Piraten in Umfragen 40% erreichen, dann können wir uns getrost auflösen, wie es bei der Gründung der Partei vorgesehen war.
Aber bis dahin, und vorallem bis zu den Wahl, gebt bitte nicht auf, lasst Eure Ideale nicht sterben und lasst vorallem die Menschen nicht im Stich, die Hoffnung in uns setzen, weil wir die einzigen sind, die überhaupt und alternativlos für sie wählbar sind!

Soweit meine Sicht zur Partei und unserem Potential, jenseits der wankelmütigen Medien.

Schöne Grüße

Hilbert
Basispirat
ohne Amt und Würden

P.S.: Ich hoffe ich habe damit nicht übertreiben. Das hier dient auch meiner eigenen Motivation. 😉
P.P.S.: Wenn ich kritisch sein wollen würde, würde ich sagen, dass man einen solchen Text eigentlich von unseren (Bundes-)Vorständen oder Spitzenkandidaten lesen müsste. Also ich würde ja so einen Text Paperstorm-mäßig per Brief an jedes Mitglied schicken – auf orangenem Papier! 🙂

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